Österreich

 

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Nach der Grenze führte der Radweg durch die schöne Stadt Feldkirch. Petrus meinte es gut mit uns und wir befestigten die nassen Kleider an unseren Fahrrädern zum Trocknen während der Fahrt. Flussaufwärts radelten wir nach Bludenz. Da der Arlberg Pass wegen Schnee geschlossen war sahen wir uns gezwungen, mit dem Zug nach St. Anton zu
reisen. Es war bereits spät und sehr kalt. Erfolglos suchten wir ein Zimmer. Erst zwei Dörfer weiter in Schnann fanden wir etwas. Morgens waren dann die Strassen verschneit und ganz verkrampft und schlitternd pedalten wir den Hügel runter, vorbei an den Leuten, die auf den Skibus warteten und uns ungläubig anstarrten.

In Landeck trafen wir Freunde aus der Schweiz, welche auf der Heimreise vom Skiurlaub waren. Das gemütliche Beisammensein genossen wir sehr. Danach hieß es endgültig Abschied nehmen. Weiter gings? Richtung Innsbruck. Nachmittags besserte sich das Wetter und als wir in Innsbruck ankamen, schien sogar die Sonne. Wieder einmal bestaunten wir diese wunderschöne Stadt, welche von weissen Schneebergen umgeben ist. Kalt aber sonnig begrüsste uns der nächste Tag und wir genossen den wunderschönen Radweg dem Inn entlang. Unterwegs bestaunten wir die
vielen Burgen und Schlösser. In Wörgl folgten wir zuerst der Hauptstrasse Richtung Kitzbühel. Bald jedoch entdeckten wir einen wunderschönen Radweg, welcher hinauf in das alpine Gebiet führte. In den Skigebieten bestaunten uns die Leute an der Schneebar. Eigentlich hätte es uns auch gefallen, noch einen Tag Snowboarden zu gehen, jedoch ist es nicht gerade motivierend, wenn man die künstlich beschneiten Pisten sieht. Fast erfroren und im Dunkeln trafen wir in
Kitzbühel ein. Unsere Orientierung liess uns dieses Mal total im Stich und wir radelten von einem Dorf-Ende zum anderen, bis wir endlich das gesuchte Hotel fanden. Überglücklich gönnten wir uns dann ein bekömmliches ?Radler?.

Ausgeschlafen und nach einem ergiebigen Frühstück nahmen wir den Thurn Pass in Angriff. Dieser ist Teil vom Hohe Tauern Gebiet und landschaftlich besonders schön. Der stahlblaue Himmel trug natürlich auch seinen Teil dazu bei. Danach folgten wir dem Fluss Salzach nach Zell am See und weiter nach Taxenbach, wo wir in einem gemütlichen
Gasthof übernachteten. Abends beköstigten wir die schmackhafte österreichische Küche, Kasspazerl und Wiener Schnitzl. Bis nach Bischofshofen kurvten wir der Salzach entlang. Danach folgten wir der Strasse nach Radstadt und weiter dem Ennstalradweg bis nach Aich. Bei einer ganz netten Familie am Bauernhof fanden wir eineÜbernachtungsmöglichkeit. Abgesehen vom feinen Nachtessen war es sehr interessant, mit den Leuten zu diskutieren. Der Bauer startete speziell für Kurt seinen 1955er Steyr-Traktor, ein wirklich tolles Stück!

Bereits fünf Tage waren wir jetzt mit dem Fahrradl unterwegs und natürlich machten sich die ersten Beschwerden bemerkbar. Nathi kaufte sich einen ?Pferdebalsam? für die Knie. Kurt liess natürlich mit seinen Sprüchen nicht auf sich warten?Allerdings ist zu erwähnen, dass auch Kurt unterdessen von diesem Heilmittel überzeugt ist. Nach der
Uebernachtung in Hieflau erwartete uns ein unerwartet hoher Pass, welchen wir auf unserer Strassenkarte nicht erkannt hatten. Oben auf dem Pass schneite es und wir waren froh, uns in einem Gasthof aufzuwärmen und die verschwitzten Kleider zu wechseln. Wir bereiteten uns auf die 30 km lange Abfahrt bei Schnee und Regen vor. Unsere
qualitativ guten Kleider erfüllten ihren Zweck. Doch die Bremsen litten sehr unter den nassen und sandigen Strassen. Auf der Eisenstrasse pedalten wir bis nach Leoben, ein ganz hübsches Städtchen an der Mur.

In Frohnleiten, 40 km von Graz entfernt, übernachteten wir in einem gemütlichen und günstigen Gasthof. Ganz erstaunt fragten uns der Gastwirt und seine Gäste, ob die Fahrradsaison schon begonnen habe. Wir erklärten, dass in der Schweiz bereits der Frühling eingekehrt sei, was natürlich zu großem Gelächter führte. Gestern sind wir in Graz angekommen und erkundigen heute und morgen die lebendige und vielseitige Studentenstadt, dessen historisches Zentrum 1999 zum Unesco Welterbe ernannt wurde.

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